Werbe-ID auf Android und iOS zurücksetzen und abschalten
Ratgeber/Werbe-ID auf Android und iOS zurücksetzen und abschalten

Werbe-ID auf Android und iOS zurücksetzen und abschalten

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Smartphone-PrivacyAnleitung

Jedes Smartphone trägt eine eindeutige Werbe-ID, die Apps und Werbenetzwerke auslesen, um dein Verhalten über verschiedene Dienste hinweg zu einem Profil zu verbinden. Auf Android heißt sie Advertising ID, kurz AAID, auf dem iPhone IDFA. Beide lassen sich zurücksetzen und mittlerweile auch komplett abschalten, sodass Apps nur noch eine leere Kennung erhalten.

Der Unterschied zwischen Zurücksetzen und Abschalten ist entscheidend: Ein Reset gibt dir eine neue, frische Kennung und kappt die bisherige Profilhistorie. Das Abschalten verhindert dauerhaft, dass überhaupt eine nutzbare ID herausgegeben wird. Wie du beides auf beiden Systemen erledigst, zeigt diese Anleitung.

Was die Werbe-ID ist und warum sie wirkt

Die Werbe-ID ist eine zufällige, aber stabile Zeichenkette, die das Betriebssystem jedem Gerät zuweist. Anders als andere Geräte-IDs ist sie ausdrücklich für Werbezwecke gedacht und für Apps auslesbar. Ein Werbenetzwerk, das in vielen Apps eingebunden ist, sieht in App A und App B dieselbe ID und weiß damit, dass es sich um dasselbe Gerät handelt.

Werbe-ID auf Android und iOS zurücksetzen und abschalten — practical guide overview
Werbe-ID auf Android und iOS zurücksetzen und abschalten

So entsteht ein app-übergreifendes Profil: welche Apps du nutzt, wann, wie oft, kombiniert mit Daten, die die einzelnen Apps liefern. Genau diese Verknüpfung ist der Kern des mobilen Trackings. Solange die ID stabil bleibt, wächst dein Profil kontinuierlich.

Der Reiz der Werbe-ID liegt für die Werbeindustrie in ihrer Bequemlichkeit. Sie ist auf jedem Gerät vorhanden, standardisiert und ohne Login auslesbar. Ein Werbenetzwerk muss dich nicht erst zu einer Anmeldung überreden, es liest schlicht die ID aus, die das Betriebssystem bereitstellt. Genau deshalb ist das Abschalten dieser einen Kennung ein so wirkungsvoller Hebel: Es entzieht der bequemsten Tracking-Methode die Grundlage.

💡 Reset versus Profil: Ein Zurücksetzen erzeugt eine neue ID, die nicht mehr mit der alten verknüpft ist. Bestehende Profile verlieren damit ihren Ankerpunkt. Wer regelmäßig zurücksetzt, erschwert die langfristige Profilbildung deutlich, ersetzt sie aber nicht durch komplettes Abschalten.

Werbe-ID auf Android zurücksetzen oder löschen

Auf aktuellen Android-Versionen findest du die Einstellung unter „Einstellungen“, dann „Sicherheit & Datenschutz“ oder „Datenschutz“, anschließend „Werbung“ oder „Anzeigen“. Bei manchen Herstellern liegt der Punkt unter „Google“ und dann „Anzeigen“. Die genaue Bezeichnung variiert je nach Hersteller und Android-Version.

Dort hast du zwei Optionen. „Werbe-ID zurücksetzen“ vergibt eine neue Kennung. „Werbe-ID löschen“ entfernt sie ganz, danach erhalten Apps nur noch eine Kette aus Nullen, exakt so, als hätten sie keinen Zugriff. Das ist die stärkere Variante und in den meisten Fällen die richtige Wahl.

  1. Einstellungen öffnen, „Datenschutz“ oder „Sicherheit & Datenschutz“ aufrufen.
  2. „Werbung“ beziehungsweise „Anzeigen“ wählen (teils unter „Google“).
  3. „Werbe-ID löschen“ antippen für dauerhaftes Abschalten.
  4. Alternativ „Werbe-ID zurücksetzen“ für eine neue, profillose Kennung.
⚠️ Versteckt je nach Hersteller: Samsung, Xiaomi und andere benennen die Menüs unterschiedlich. Findest du den Punkt nicht, nutze die Suchfunktion in den Einstellungen und tippe „Werbung“ oder „Werbe-ID“ ein. So springst du direkt zum richtigen Menü.

Werbe-ID auf dem iPhone abschalten

Apple hat den Umgang mit dem IDFA mit iOS 14.5 grundlegend geändert. Statt die ID einzeln zurückzusetzen, schaltest du den gesamten Tracking-Zugriff systemweit ab. Öffne „Einstellungen“, gehe zu „Datenschutz & Sicherheit“, dann „Tracking“ und deaktiviere „Apps erlauben, Tracking anzufragen“.

Damit erhält keine App mehr Zugriff auf deinen IDFA, unabhängig davon, ob sie fragt. Technisch entspricht das einer dauerhaften Sperre. Eine separate „ID zurücksetzen“-Schaltfläche wie früher gibt es nicht mehr, weil das Abschalten des Zugriffs den gleichen Zweck deutlich gründlicher erfüllt.

Werbe-ID auf Android und iOS zurücksetzen und abschalten — step-by-step visual example
Werbe-ID auf Android und iOS zurücksetzen und abschalten

Ergänzend solltest du unter „Datenschutz & Sicherheit“ den Punkt „Apple Werbung“ öffnen und „Personalisierte Werbung“ deaktivieren. Das betrifft Apples hauseigene Werbung in App Store, News und Aktien. Beide Schalter zusammen nehmen sowohl Dritt-Apps als auch Apple selbst den Werbe-Identifikator. Mehr zur Tracking-Abfrage selbst liest du im Ratgeber zur App-Tracking-Transparenz.

Reset, Abschalten oder beides: die Entscheidung

Auf Android hast du die Wahl. Wenn du Werbung grundsätzlich nicht personalisiert haben willst und keine Nachteile fürchtest, ist das Löschen der ID die saubere Lösung. Möchtest du dagegen ab und zu die Profilhistorie kappen, ohne ganz abzuschalten, reicht ein regelmäßiges Zurücksetzen, etwa monatlich.

MaßnahmeEffektEmpfehlung
ID zurücksetzenNeue Kennung, alte Profile verlieren AnkerWer Werbung tolerieren will
ID löschen (Android)Keine nutzbare ID mehr für AppsStandardempfehlung
Tracking aus (iOS)IDFA systemweit gesperrtStandardempfehlung

Auf dem iPhone ist die Entscheidung einfacher: Die systemweite Sperre ist klar die beste Option, da sie alle Apps gleichzeitig betrifft. Ein selektives Erlauben einzelner Apps ergibt nur Sinn, wenn du einen kostenlosen Dienst bewusst durch Werbung unterstützen willst.

Bedenke außerdem, dass ein Geräte-Backup die alte Werbe-ID nicht zurückbringt. Wenn du dein Smartphone neu aufsetzt oder auf ein anderes Gerät umziehst, wird ohnehin eine neue ID vergeben. Hast du die Funktion einmal abgeschaltet, bleibt sie in der Regel auch nach Updates deaktiviert, solange du sie nicht selbst wieder einschaltest. Es lohnt sich dennoch, nach größeren Systemaktualisierungen kurz zu prüfen, ob der Schalter noch in der gewünschten Position steht, weil neue Versionen gelegentlich Einstellungen umstrukturieren.

Werbe-ID auf Android und iOS zurücksetzen und abschalten — helpful reference illustration
Werbe-ID auf Android und iOS zurücksetzen und abschalten

Warum die Werbe-ID nur ein Baustein ist

Das Abschalten der Werbe-ID kappt den bequemsten Tracking-Weg, aber nicht jeden. Werbenetzwerke weichen auf Fingerprinting aus, also das Wiedererkennen anhand technischer Gerätemerkmale, und große Plattformen setzen auf Login-Pflicht, bei der dein Account die ID ersetzt. Beides liegt außerhalb dessen, was ein ID-Reset abdeckt.

Deshalb gehört das Abschalten der Werbe-ID in ein Bündel mehrerer Maßnahmen. Restriktive App-Berechtigungen, ein abgeschalteter Standortverlauf und ein tracking-bewusster Browser ergänzen sich gegenseitig. Auf dem iPhone greift das Ganze mit der App-Tracking-Transparenz ineinander. Welche Vektoren auf deinem Gerät aktiv sind, prüfst du mit dem Smartphone-Privacy-Check.

Die konkrete Handlungsempfehlung: Lösche die Werbe-ID auf Android beziehungsweise sperre das Tracking auf dem iPhone heute, und setze dir eine Erinnerung, die Berechtigungen deiner Apps vierteljährlich durchzugehen. Dieser kurze Aufwand hält dein Profil dauerhaft klein.

Was nach dem Abschalten in der Werbung passiert

Eine häufige Sorge ist, dass nach dem Löschen der Werbe-ID gar keine Werbung mehr erscheint oder Apps nicht mehr funktionieren. Beides trifft nicht zu. Du siehst weiterhin Werbung, sie ist nur nicht mehr anhand deines geräteübergreifenden Profils personalisiert. Statt auf dein vermutetes Interesse zugeschnittene Anzeigen bekommst du allgemeinere Werbung oder Werbung, die sich am aktuellen App-Kontext orientiert.

Für die Funktion der Apps ändert sich praktisch nichts. Die Werbe-ID ist ausdrücklich nur für Werbung gedacht und nicht mit anderen Systemfunktionen verknüpft. Apps, die ohne ID nicht starten, gibt es nicht, weil das Abschalten ein vom Betriebssystem vorgesehener Standardweg ist. Falls eine kostenlose App nach dem Abschalten verstärkt auf einen Login drängt, ist das ein Hinweis darauf, dass sie auf account-basiertes Tracking ausweicht.

Auch der Anteil der Nutzer, die der Werbe-Verfolgung zustimmen, ist seit der Pflicht zur aktiven Einwilligung deutlich gesunken. Das hat den Markt für mobile Werbung spürbar verändert und Anbieter dazu gebracht, auf andere Methoden auszuweichen. Für dich als Nutzer heißt das: Das Abschalten ist nicht nur theoretisch wirksam, sondern entzieht der Werbeindustrie tatsächlich Daten. Gleichzeitig ist es kein Grund, sich in Sicherheit zu wiegen, denn die Verlagerung auf Fingerprinting und Logins macht die übrigen Maßnahmen umso wichtiger.

💡 Ein neues Gerät startet sauber: Beim Einrichten eines neuen Smartphones lohnt es sich, die Werbe-ID direkt im Setup abzuschalten, bevor du Apps installierst. So bekommt von Anfang an keine App eine nutzbare Kennung und es entsteht erst gar kein Profil, das du später kappen müsstest.

Häufige Fehler beim Abschalten der Werbe-ID

Der erste Fehler ist, das Zurücksetzen mit dem Abschalten zu verwechseln. Ein Reset gibt dir nur eine neue ID, die sofort wieder ausgelesen und zum Aufbau eines neuen Profils genutzt wird. Wer dauerhaft profillos bleiben will, muss auf Android löschen statt zurücksetzen und auf iOS die Tracking-Abfragen systemweit sperren.

Der zweite Fehler ist, nach dem Abschalten die App-Berechtigungen zu vergessen. Die Werbe-ID ist nur ein Identifikator unter mehreren. Apps mit dauerhaftem Standort-, Kontakt- oder Mikrofonzugriff sammeln weiter Daten, ganz ohne ID. Erst die Kombination aus abgeschalteter Werbe-ID und sparsamen Berechtigungen senkt deine Trackbarkeit wirksam.

Der dritte Fehler betrifft den Login. Wer sich überall mit derselben E-Mail-Adresse oder demselben Social-Login anmeldet, schafft einen Identifikator, der die Werbe-ID komplett überflüssig macht. Nutze nach Möglichkeit getrennte Konten oder die von Apple angebotene Funktion zum Verbergen der E-Mail-Adresse, um diese Spur zu reduzieren.

Werbe-ID und Fingerprinting voneinander unterscheiden

Sobald die Werbe-ID abgeschaltet ist, verlagert sich das Tracking auf andere Techniken. Die wichtigste ist Fingerprinting: Dabei werden technische Merkmale deines Geräts kombiniert, etwa Modell, Bildschirmauflösung, Systemsprache, Zeitzone und installierte Schriften. Aus diesem Mosaik entsteht eine Kennung, die dich auch ohne Werbe-ID wiedererkennt.

Das Tückische am Fingerprinting ist, dass es schwerer zu unterbinden ist als eine schlichte ID. Du kannst eine Werbe-ID per Schalter löschen, aber dein Gerätemodell und deine Sprache nicht. Hier helfen vor allem Apps und Browser, die solche Merkmale vereinheitlichen oder verschleiern. Im App-Bereich ist der Hebel kleiner als im Browser, weshalb die Wahl datensparsamer Apps und das Entziehen unnötiger Berechtigungen die praktikabelste Gegenmaßnahme bleibt.

Tracking-MethodeAbschaltbar?Gegenmaßnahme
Werbe-IDJa, per SchalterLöschen / Tracking sperren
FingerprintingNur erschwerbarDatensparsame Apps, weniger Rechte
Login-TrackingTeilweiseGetrennte Konten, E-Mail verbergen

Veröffentlicht durch die CheckPrivacy-Redaktion. Veröffentlicht am 9. September 2026.

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